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Oberhessische Presse – Samstag 31.10.2015

OP-Artikel-Oktober-VerliertnixNoch immer fußballverrückt

Die Mannschaft „Verliertnix“ kickt auch noch 40 Jahre nach ihrer Gründung in den wilden Marburger 70ern

In den wilden Marburger 70ern wurde das Fußballteam „Verliertnix“ ins Leben gerufen. Ein Häufchen Aufrechter um den Teamchef und Or-ganisator Frank Meik traf sich vor kurzem, um das Erbe dieser  Kickergemeinschaft mit einem Kleinfeldturnier samt dritter Halbzeit würdig zu begehen – 40 Jahre nach den ersten Spielen im Jahre 1975 im damals unruhigen und hochpolitischen Marburg…weiterlesen

40-Jahr-TreffenVierzig Jahre Verliertnix

40-Jahr-Treffen

Vor langer Zeit war in Deutschland bei Akademikern der Fußball verpönt. Überall herrschte die Kultur des Geistes und der ernsten politischen Diskussion. Nur in einem sehr politischen, kleinen verträumten Studentenstädtchen gab es eine kleine Gruppe von jungen Männern, die sich zur Wehr setzten. Sie traten gerne gegen den Ball, wollten Spaß haben, lachen, singen und feiern und wollten im Sport die Grundsätze von Fairness, Kampfeswillen, taktischem Geschick und einfachem, aber erfolgreichen Spiel pflegen.

Sie gingen bei jedem Wetter auf die Afföller-Wiesen, immer zur selben Zeit, um Fußball zu spielen, ob bei 40 Grad Hitze oder 20 Grad Kälte, bei strömendem Regen oder tiefem Schnee. Sie taten es immer und immer wieder. Sie gaben sich mit „Verliertnix“ einen Namen, der anspruchsvoll klingt, aber auch ein Augenzwinkern beinhaltet. Unter vorgehaltener Hand wird berichtet, sie hätten Spiele gewonnen, die nicht gewinnbar waren, so z.B. einmal, als sie gegen ein Profiteam in der ersten Minute vom Mittelpunkt aus den Anstoß direkt ins Tor jagten, dann mit Mann und Maus verteidigten und 1:0 siegten. Oder als sie bei der Stadtmeisterschaft den 2. oder 3. Platz feierten dann aber zum Elfmeterschießen antreten mussten und doch Stadtmeister wurden, obwohl schon einige Liter Bier die Kehlen herunter geflossen waren. Oder aber als sie schon in fortgeschrittenem Alter zunächst die Gruppenspiele verloren, um dann über die Trostrunde das ganze Turnier aufzurollen und noch Erster zu werden. „Die Ältesten machten es vor“, so lautete die Überschrift in der Zeitung. Oder zuletzt, als sie bei einem Turnier in Berlin mit 16 Mannschaften (allesamt im Durchschnitt 20 Jahre jünger) vorher belächelt, den 3. Platz erreichten und den Torschützenkönig stellten. Aus kontrollierter Offensive flach spielen und ohne Gegentor gewinnen, war die Devise. Verliertnix soll seinem Namen alle Ehre gemacht haben, bei fast 100 Turnieren mit 75 Pokalen dekoriert worden sein, Tore geschossen haben aus jeder Entfernung, mal von der Mittellinie, mal aus einem halben Meter mit bizarrem Körperteil, geschoben, gehämmert, geköpft, geschaufelt, geschnippelt oder geschlenzt. Zum Abschluss gab es bei allen Treffen immer großartige Feiern. Das Lied „Verliertnix holt den Weltpokal“ gehört schon zum Repertoire der Mundorgel. Je älter und langsamer sie wurden, umso schöner wurden die Trikots, die Fahnen, die Devotionalien und die Legenden. In einem Alter, in dem andere in den Vorruhestand gehen, unternehmen sie internationale Reisen und spielten in Polen und Slowenien und nächstes Jahr in Frankreich. Da kann das 40 jährige Jubiläum „der Freunde“ nur eine Zwischenstation sein.

Danke für das Wiedersehen und viel Freude bei Spiel, Gespräch und Feier wünscht herzlich

Frank